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Auszug aus dem Abschlussbericht

Schon im Vorfeld der Wiesn waren je 60.000 Flyer mit bewährten Tipps für Mädchen und Frauen in München und dem Landkreis verteilt worden. 3000 Plakate machten vor allem auf dem Oktoberfest selbst auf das Angebot des Security Points aufmerksam. In 3 Kinos in München lief der witzige Infospot „Sicher geht auch anders“ und 300 Banner informierten in S-Bahnen im Stadtgebiet über die Anlaufstelle auf dem Oktoberfest. Sicherheitskräfte trugen die Buttons der „Sicheren Wiesn für Mädchen und Frauen“ und waren so als AnsprechpartnerInnen erkennbar. Vor allem Münchnerinnen und Mädchen und Frauen aus dem Landkreis konnten so bereits vorab Hinweise zu einem sicheren Wiesnbesuch erhalten.

Während des Oktoberfestes selbst nahmen dann 96 Mädchen, Frauen und Angehörige das konkrete Hilfsangebot am Security Point der „Sicheren Wiesn“ war. 2008 waren es vor allem Frauen zwischen 20-35 Jährigen, die sich an den Security Point wandten. Es gab jedoch auch einige ältere Frauen, die hilfsbedürftig waren. Die älteste Klientin war 70 Jahre, die jüngste 15 Jahre.

In den fünf vorliegenden Fällen von sexueller Belästigung zeigt sich die Bedeutung der Präventionsarbeit. Drei der fünf Frauen waren ortsfremd, hatten ihre Angehörigen verloren und waren alleine und aufgeregt über die Wiesn gelaufen. In diesem Zustand wurden sie von einem Mann bzw. einer Männergruppe angesprochen und sexuell belästigt. In den beiden Fällen von körperlicher Gewalt, war einmal der eifersüchtige Ehemann und einmal ein unbekannter Mann bzw. eine Männergruppe der Auslöser für den Kontakt. In den meisten Fällen sorgte jedoch der Verlust der Freunde oder Angehörigen v.a. bei Touristinnen für Orientierungslosigkeit, Angst und Hilfsbedürftigkeit.

Am Security Point, der täglich von 18.00 Uhr bis 01.00 Uhr geöffnet war, gab es viele Möglichkeiten hilfsbedürftigen Mädchen und Frauen zu helfen. Neben dem Beratungsangebot wurde besonders häufig die Recherche nach Angehörigen, Hotel oder Reisegruppe, die Begleitung zu anderen Serviceeinrichtungen der Stadt bzw. zu Treffpunkten mit Angehörigen, sowie der Fahrdienst der Aktion, der 35 Mädchen und Frauen im Stadtgebiet sicher nach Hause brachte, in Anspruch genommen. Ein Nachsorgetermin wurde sechs Frauen empfohlen. Einige Frauen mussten in Notschlafstellen, z.B. bei der Bahnhofsmission untergebracht werden, ein Schlüsseldienst wurde für eine Münchnerin aktiviert. Bei den meisten Frauen, die Freunde, Geld und Handy verloren hatten, konnten jedoch Übernachtungsadressen recherchiert und oft in Kooperation mit BRK und Polizei Angehörige und Freunde wieder ausfindig gemacht werden.

Wenn Münchnerinnen Probleme auf der Wiesn haben, sind sie meist relativ jung und es ist ihr erster Wiesnbesuch alleine (35%). Auch die Besucherinnen aus dem Landkreis und aus Bayern scheinen zu wissen, was sie erwartet (6% bzw. 14%). Fast die Hälfte der hilfesuchenden Mädchen und Frauen waren aber offensichtlich ortsunkundig und daher besonders auf Hilfe angewiesen (9% bzw. 36%). Spitzenreiter dieses Jahr waren junge Frauen aus Amerika. Immerhin 13 von ihnen suchten Hilfe am Security Point (auch Frauen aus England, Australien, Italien, Schweden, Österreich, Polen und Norwegen waren als Nationen am Security Point vertreten).

Auffällig ist, dass sich die Vermittlung durch kooperierende Serviceeinrichtungen (Polizei und BRK) im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt hat (ca. 46% gesamt). Stabilisiert hat sich die Vermittlung durch Securities (ca. 27%), abgenommen hat 2008 die Vermittlung durch andere WiesnbesucherInnen bzw. durch Selbstmelderinnen (27 %). Hier darf vermutet werden, dass nicht alle über den Fortbestand des Angebots bereits informiert waren.

Die meisten (internationalen) Klientinnen zeigten sich sehr froh, dass das größte Volksfest der Welt diesen beispielhaften Background-Service für Mädchen und Frauen in Notlagen bietet. Auch die internationale Presse (dieses Jahr v.a. aus Schweden und Finnland) informierte über das frauenfreundliche Hilfsangebot der Landeshauptstadt. Bei der inländischen Presse waren speziell für die Zielgruppe der jungen Mädchen und Frauen die Tipps für einen sicheren Wiesnbesuch gefragt.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 17. April 2009 um 08:42 Uhr