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Die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ kann im Rückblick auf die letzten Jahre eine drastische Zunahme von K.O.-Tropfen nicht bestätigen. Sowohl 2007 als auch 2008 wurden je 2 Fälle betreut, bei denen die Vermutung geäußert wurde, dass K.O.-Tropfen verabreicht worden waren. 2009 gab keinen uns bekannten Verdachtsfall.
Gleichwohl geben wir Mädchen und Frauen für den Oktoberfestbesuch folgende Tipps:
- Reden Sie vorher mit Ihren Freunden und Freundinnen über die Gefahr von K.O.-Tropfen und informieren Sie sich über die Medien. Vereinbaren Sie eine oder mehrere der folgenden Schutzmaßnahmen.
- Behalten Sie Ihr Getränk bzw. das Ihrer Freundinnen im Auge und passen Sie auf, dass niemand etwas hineinschüttet (Bierdeckel oder ähnliches drauflegen – Bierdeckel gibt es auf der Wiesn in den Zelten nicht!).
- Am besten lassen Sie sich Ihr Getränk direkt von der Bedienung hinstellen und nicht von jemand anderem mitbringen. Seien Sie vorsichtig bei Einladungen: nehmen Sie möglichst soviel Geld mit, dass Sie sich selbst versorgen können.
- Bleiben Sie bei Ihrem Getränk, bis es ausgetrunken ist. Wenn Sie vorher zur Toilette gehen, bitte Sie eine Freundin, darauf aufzupassen. Wenn Ihr Getränk einen seltsamen Geschmack hat, lassen Sie es lieber stehen bzw. schütten Sie es weg.
- Merken Sie Störungen im Befinden (siehe WIRKUNG), wenden Sie sich schnellstmöglich an die Sicherheitskräfte im Zelt, ggf. an das BRK.
- Bleiben Sie möglichst mit den Menschen zusammen, mit denen Sie das Oktoberfest aufgesucht haben. Wenn Sie dann doch jemand kennen lernen sollten: vereinbaren Sie, dass ein Freund oder eine Freundin im Falle Ihres Fortgehens mit einer neuen Bekanntschaft, dessen Ausweis mit dem Handy fotografiert oder sich eine SMS von ihm schicken lässt. So ist zumindest klar, welche Handynummer bzw. Ausweisdaten der Betreffende hat. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit der besten Freundin im Handykontakt zu bleiben und auf alle Fälle mit ihr auch den Heimweg anzutreten.
- Haben Sie im Anschluss an den Wiesnbesuch Bewusstseinslücken, die Sie nicht nachvollziehen können (Alkoholkonsum?), können Sie eine Urinprobe (am besten in der Rechtsmedizin München http://www.rechtsmedizin.med.uni-muenchen.de/institut/mitarbeiter/rechtsmedizin/index.html - ca. 5-10 Minuten vom Oktoberfest entfernt) abgeben. Dort kann ein Test auf KO-Tropfen veranlasst werden, den Sie ohne Anzeige bei der Polizei (Täter i.d.R. unbekannt) jedoch selbst bezahlen müssen (sehr teuer!). Daher empfielt es sich im Verdachtsfall u.U. direkt bei der Wiesnwache Anzeige zu erstatten. Die Möglichkeit des Urintests besteht allerdings nur max. 6h nach Verabreichung der Tropfen. Der Urin kann im Kühlschrank bis zur Testung aufbewahrt werden.
- Wir helfen Ihnen gerne weiter und beraten Sie im Verdachtsfall vor Ort am Security Point im Servicezentrum.
Haben Sie weitere (gute) Tipps zu diesem Thema? Dann mailen Sie sie an
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. Für jeden veröffentlichten Tipp gibt es als Dankeschön den schicken grünen USB-Stick der Sicheren Wiesn für Mädchen und Frauen.
Informationen zu K.O.-Tropfen
Medizinisches:
- Medikamente mit narkotisierender Wirkung
- Wird auch als Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt
- Häufige Beispiele:
- GHB (Gamma-Hydroxy-Buttersäure), „Liquid Ecstasy”; rezeptpflichtig!
- Butyrolacton und Butandiol; häufiger als GHB, wird im Körper zu diesem verwandelt; in Industriereinigungs- und Lösungsmitteln vorhanden
- Dosierung schwierig, da geringe „Bandbreite“
- Geringe Dosierung hat alkoholähnliche Folgen
- Höhere Dosierung: Ausfallerscheinungen, „Filmriss“
- Überdosierung: Gefahr des Komas, Atemstillstands => lebensgefährlich
- Beschaffung einfach: in manchen Arzneimitteln enthalten, teils rezeptpflichtig (kann aber unter bestimmten Symptomen leicht vom Arzt verschrieben werden), teils frei erhältlich; im Internet die Möglichkeit der Bestellung
- Überwachung der Abgabe erweist sich als schwierig
Anwendung:
- da farb-, geruch- und größtenteils geschmacklos (manchmal leicht salzig) können K.O.-Tropfen leicht ins Essen oder Trinken gemischt werden
Wirkung:
- Betroffene Mädchen und Frauen beschreiben den Zustand mit Lähmung, Kraftlosigkeit, Hilflosigkeit, Blockade, Mitteilungsunfähigkeit, Willenlosigkeit; anschließend Blackout
- Am nächsten Tag häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Selbstzweifel („Hab ich zu viel getrunken?“) und ein „ungutes Gefühl“ bedingt durch den Filmriss, der oft über mehrere Stunden geht
- Für Außenstehende leicht mit „alkoholbedingten Ausfallerscheinungen“ zu verwechseln, das Opfer scheint freiwillig mitzumachen, ohne sich zu wehren; oft auch keinerlei ungewöhnliche Anzeichen zu erkennen (bei geringer Dosierung), das Opfer kann sich im Nachhinein bloß nicht mehr erinnern
- Im Nachhinein oft mit Amnesie verbunden => daraus resultiert die bekannte Verwendung im Fall geplanter sexueller Übergriffe, da die Täter auf diese Weise „anonym“ und straffrei bleiben können
- „Drug Faciliated Sexual Assault“ (DFSA): durch K.O.-Tropfen bedingte Ermöglichung eines Sexualdelikts
Häufigkeit:
- im Jahr 2008 laut Polizeipräsidium München 49 Fälle gemeldet (Quelle: SZ), keine davon durch Test nachgewiesen
- oft ist Frauen nicht klar, was mit ihnen geschehen ist; gehen (wenn überhaupt) nach mehreren Tagen erst zur Polizei => im Urin k.o.-Tropfen nicht mehr nachweisbar (höchstens 10-12 h nach der Einnahme)
Stand: 15.09.2009
Weitere, sehr differenzierte und umfassende Informationen finden Sie auch unter folgendem Link:
http://www.ko-tropfen-nein-danke.de/welcome.0.html
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